Inhalt
- Wer ermittelt die Bodenrichtwerte in Friedrichshafen?
- Wie rufen Sie den Bodenrichtwert ab?
- Worauf müssen Sie beim Lesen des Richtwerts achten?
- Wie entwickeln sich die Wohnungspreise?
- Was kosten Häuser am östlichen Bodensee?
- Welche Kaufnebenkosten kommen dazu?
- Was heißt das für Ihre Finanzierung in Friedrichshafen?
Den Bodenrichtwert für ein Grundstück in Friedrichshafen sehen Sie kostenfrei in BORIS-BW, aktuell zum Stichtag 1. Januar 2025 (S. 47). Der Grundstücksmarktbericht des Gutachterausschusses Östlicher Bodenseekreis zeigt: Gebrauchte Wohnungen haben sich nach einem starken Preisrückgang 2023 auf stabilem Niveau eingependelt (S. 12). Freistehende Häuser im Gebiet des Ausschusses kosteten zuletzt im Durchschnitt 647.000 Euro (S. 24).
Wer ermittelt die Bodenrichtwerte in Friedrichshafen?
Seit dem 1. Juli 2020 gibt es den Gutachterausschuss Östlicher Bodenseekreis. Ihm gehören die Städte Friedrichshafen und Tettnang sowie die Gemeinden Eriskirch, Immenstaad, Kressbronn, Langenargen, Meckenbeuren und Neukirch an. Ausschuss und Geschäftsstelle sind bei der Stadtverwaltung Friedrichshafen eingerichtet (S. 4).
Die Geschäftsstelle führt die Kaufpreissammlung nach § 195 BauGB und leitet daraus die Bodenrichtwerte und weitere Daten für die Wertermittlung ab (S. 4). Durch den Zusammenschluss lassen sich Kaufverträge über Gemeindegrenzen hinweg vergleichen. Seit dem Stichtag 1. Januar 2022 veröffentlicht der Ausschuss die Richtwerte in einheitlicher Darstellung in BORIS-BW (S. 6).
Wie rufen Sie den Bodenrichtwert ab?
So kommen Sie zum Wert für Ihre Adresse:
- BORIS-BW auf der Seite der Gutachterausschüsse in Baden-Württemberg öffnen.
- Das Produkt „BORIS-BW“ wählen. Die Richtwerte zum 1. Januar 2025 sind städtebauliche Richtwerte für die Verkehrswertermittlung (S. 47).
- Adresse in Friedrichshafen eingeben und die Richtwertzone anklicken.
- Wert, Nutzungsart und die angegebene wertrelevante Geschossflächenzahl ablesen.
Für die Grundsteuer dürfen Sie die Werte zum 1. Januar 2025 nicht verwenden. Dafür gibt es das Produkt „Bodenrichtwerte Grundsteuer B“ mit dem Stichtag 1. Januar 2022 (S. 47). Eine schriftliche Auskunft der Geschäftsstelle kostet eine Gebühr nach der Gebührensatzung, den ausführlichen Jahresbericht erhalten Sie dort für 40 Euro (S. 48).
Worauf müssen Sie beim Lesen des Richtwerts achten?
Der Bodenrichtwert ist ein aus Kaufpreisen abgeleiteter Durchschnittswert je Quadratmeter Grundstücksfläche. Bei bebauten Gebieten wird unterstellt, das Grundstück wäre unbebaut, und baureifes Land ist erschließungsbeitragsfrei ausgewiesen (S. 46). Der Wert hat keine bindende Wirkung.
Besonders wichtig ist die wertrelevante Geschossflächenzahl (wGFZ). Sie ist laut Gutachterausschuss keine bauliche Vorgabe, sondern nur die Rechengrundlage des Richtwerts. Ist die mögliche oder tatsächliche Ausnutzung Ihres Grundstücks höher oder niedriger, ist der Bodenwert gegebenenfalls anzupassen (S. 47). Abweichungen bei Lage, Zuschnitt, Neigung, Größe oder Erschließung wirken sich ebenfalls auf den Wert aus (S. 46).
Liegt ein Wohnhaus im Außenbereich ohne eigene Richtwertzone, setzt der Ausschuss für die Verkehrswertermittlung als Baulandfläche das Fünffache der Gebäudefläche an (S. 46). Für Acker, Grünland und Obstflächen in Friedrichshafen nennt der Bericht Richtwerte zwischen 5,00 und 5,50 Euro je Quadratmeter (S. 28).
Wie entwickeln sich die Wohnungspreise?
Bei Wiederverkäufen in Friedrichshafen und Immenstaad blieb die Zahl der Verkäufe nahezu unverändert, die Preise sind nach dem Rückgang 2023 stabil (S. 12). Neubauwohnungen werden weiterhin in geringer Zahl verkauft, ihre Preise blieben 2024 nahezu konstant (S. 12). Für gebrauchte Wohnungen in Friedrichshafen weist der Bericht im Auswertungsjahr 2024 diese Durchschnittspreise aus, ohne Gebäude mit Seeanstoß (S. 16):
| Bereinigtes Baujahr | Verkäufe | Durchschnitt |
|---|---|---|
| bis 1980 | 56 | 2.712 €/m² |
| 1981 bis 1990 | 85 | 3.283 €/m² |
| 1991 bis 2000 | 62 | 3.615 €/m² |
| 2001 bis 2010 | 27 | 4.275 €/m² |
| 2011 bis 2023 | 25 | 4.937 €/m² |
Neubauwohnungen kosteten in Friedrichshafen zum Stichtag 1. Januar 2025 bei 31 Verkäufen durchschnittlich 6.924 Euro je Quadratmeter (S. 14). Im Umland lagen die Werte je nach Gemeinde darunter oder darüber, etwa 5.930 Euro in Tettnang und 7.561 Euro in Immenstaad (S. 14). Der Gutachterausschuss weist darauf hin, dass Auswertungen mit wenigen Verkäufen keine repräsentativen Marktdaten sind.
Was kosten Häuser am östlichen Bodensee?
Für Häuser veröffentlicht der Bericht Durchschnittspreise für das gesamte Gebiet des Ausschusses, nicht nur für Friedrichshafen. Zum Stichtag 1. Januar 2025 ergeben sich für vorhandene Gebäude diese Werte (S. 24):
| Hausart | Verkäufe | Mittlere Grundstücksfläche | Durchschnittspreis |
|---|---|---|---|
| Reihenhäuser und Reiheneckhäuser | 36 | 217 m² | 456.000 € |
| Doppelhaushälften | 56 | 334 m² | 567.000 € |
| Freistehende Gebäude | 95 | 648 m² | 647.000 € |
| Mehrfamilienwohn- und Geschäftshäuser | 61 | 645 m² | 905.000 € |
Die Spannen sind groß. Freistehende Häuser wechselten für 180.000 bis 3.385.000 Euro den Eigentümer (S. 24). Lage, Seenähe, Baujahr und Zustand machen den Unterschied. Wer ein Haus kaufen will, sollte den Bodenrichtwert und das Baujahr gemeinsam betrachten. Ein Tiefgaragenstellplatz im Bestand kostete im Durchschnitt 19.300 Euro (S. 26).
Welche Kaufnebenkosten kommen dazu?
In Baden-Württemberg beträgt die Grunderwerbsteuer 5,0 Prozent. Dazu kommen Notar und Grundbuch nach GNotKG sowie gegebenenfalls ein Makler. Bei gemeinsamer Beauftragung teilen sich Käufer und Verkäufer die Provision bei Wohnungen und Einfamilienhäusern nach § 656c BGB zu gleichen Teilen. Alle Posten erklärt die Seite Kaufnebenkosten in Baden-Württemberg.
Das Beispiel geht von einer gebrauchten Wohnung in Friedrichshafen mit 73 Quadratmetern aus, Baujahr 1981 bis 1990, zum Durchschnittspreis aus dem Bericht. Notar und Grundbuch sind mit 2 Prozent angesetzt, der Käuferanteil der Maklerprovision mit 3,57 Prozent. Beides sind Annahmen.
| Posten | Betrag |
|---|---|
| Kaufpreis 73 m² zu 3.283 € (S. 16) | 239.659 € |
| Grunderwerbsteuer 5,0 Prozent | 11.983 € |
| Notar und Grundbuch (Annahme 2 Prozent) | 4.793 € |
| Makler, Käuferanteil (Annahme 3,57 Prozent) | 8.556 € |
| Nebenkosten zusammen | 25.332 € |
| mit 10 Prozent Eigenanteil am Kaufpreis | 49.298 € |
Rechnen Sie mit Nebenkosten von gut 10,5 Prozent des Kaufpreises, ohne Makler mit rund 7 Prozent. Diesen Teil sollten Sie in der Regel aus eigenen Mitteln bezahlen können. Prüfen Sie außerdem, ob ein Förderprogramm der L-Bank für Ihr Vorhaben in Frage kommt.
Was heißt das für Ihre Finanzierung in Friedrichshafen?
In Friedrichshafen sind gebrauchte Wohnungen nach der Korrektur 2023 wieder stabil bewertet, während Neubau teuer bleibt und selten angeboten wird. Der Richtwert in BORIS-BW zeigt Ihnen den Bodenanteil, die Tabellen nach Baujahr helfen beim Einordnen eines Wohnungsangebots.
Bevor Sie sich auf ein Objekt festlegen, sollten Sie wissen, welche Kaufpreisgrenze zu Ihrem Eigenkapital und Ihrem Einkommen passt. Ein unabhängiger Baufinanzierer holt Angebote mehrerer Banken ein und bezieht Fördermittel ein. Ansprechpartner finden Sie unter Baufinanzierung in Friedrichshafen. Bei steuerlichen Fragen, etwa zu einer vermieteten Wohnung, hilft ein Steuerberater.
Häufige Fragen
Wo finde ich den Bodenrichtwert für ein Grundstück in Friedrichshafen?
Die Bodenrichtwerte des Gutachterausschusses Östlicher Bodenseekreis stehen kostenfrei im Portal BORIS-BW. Aktuell ist der Stichtag 1. Januar 2025, ältere Jahrgänge ab 2022 sind dort ebenfalls abrufbar (S. 47). Für die Grundsteuer gilt ein eigenes Produkt mit dem Stichtag 1. Januar 2022.
Was kostet eine gebrauchte Eigentumswohnung in Friedrichshafen?
Im Auswertungsjahr 2024 lagen die Durchschnittspreise je nach bereinigtem Baujahr zwischen 2.712 Euro je Quadratmeter für Wohnungen bis Baujahr 1980 und 4.937 Euro für Baujahre ab 2011 (S. 16). Wohnungen in Gebäuden mit Seeanstoß sind in diesen Zahlen nicht enthalten.
Wie teuer sind Neubauwohnungen in Friedrichshafen?
Zum Stichtag 1. Januar 2025 wurden in Friedrichshafen 31 Neubauwohnungen ausgewertet, der Durchschnitt lag bei 6.924 Euro je Quadratmeter Wohnfläche (S. 14). Ein Jahr zuvor waren es bei nur 12 Verkäufen 7.212 Euro.
Was kostet ein Einfamilienhaus am östlichen Bodensee?
Freistehende Ein- und Zweifamilienhäuser im Gebiet des Gutachterausschusses wurden zum Stichtag 1. Januar 2025 in 95 Fällen für durchschnittlich 647.000 Euro verkauft (S. 24). Doppelhaushälften kosteten im Mittel 567.000 Euro, Reihenhäuser 456.000 Euro.
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Quellen und Rechtsgrundlagen
Gesetze und Programmbedingungen ändern sich. Prüfen Sie im Zweifel den dort veröffentlichten Stand.
- Gutachterausschuss für Grundstückswerte Östlicher Bodenseekreis: Grundstücksmarktbericht 01.01.2025
- Stadt Friedrichshafen: Geschäftsstelle Gutachterausschuss Östlicher Bodenseekreis
- BORIS-BW: Bodenrichtwertinformationssystem Baden-Württemberg
- Finanzämter Baden-Württemberg: Wann muss ich Grunderwerbsteuer zahlen und wie hoch ist diese?
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