Immobilienkauf

Bodenrichtwerte und Immobilienpreise in Schweinfurt 2026

Bodenrichtwert in Schweinfurt kostenfrei abrufen, Preise für Bauland, Häuser und Wohnungen nach Lage einordnen und Kaufnebenkosten in Bayern berechnen.

Redaktion RatgeberBaufiAktualisiert am 5 Minuten Lesezeit

Inhalt
  1. Wer ermittelt die Bodenrichtwerte in Schweinfurt?
  2. Wie rufen Sie den Bodenrichtwert ab?
  3. Worauf müssen Sie beim Lesen des Richtwerts achten?
  4. Was kostet Bauland in Schweinfurt?
  5. Was kosten Häuser und Wohnungen?
  6. Welche Kaufnebenkosten und wie viel Eigenkapital?
  7. Was heißt das für Ihre Finanzierung in Schweinfurt?

Den Bodenrichtwert für ein Grundstück in Schweinfurt rufen Sie kostenfrei über BORIS-Bayern oder den BayernAtlas ab, aktuell zum Stichtag 1. Januar 2026. Nach dem Wohnimmobilien-Marktbericht der HypoVereinsbank (Stand Juni 2024) kostet erschlossenes Bauland in guten bis sehr guten Lagen 270 bis 380 € je Quadratmeter (S. 5). Seit dem Zinsanstieg ist der Markt ruhig, die Preise haben spürbar nachgegeben (S. 6).

Wer ermittelt die Bodenrichtwerte in Schweinfurt?

Schweinfurt ist eine kreisfreie Stadt und hat einen eigenen, unabhängigen Gutachterausschuss für Grundstückswerte. Seine Geschäftsstelle gehört zum Bauverwaltungsamt der Stadt. Für die Gemeinden im Landkreis, etwa Gochsheim, Sennfeld oder Schonungen, ist dagegen der Gutachterausschuss des Landkreises zuständig.

Der Ausschuss sammelt alle Kaufverträge aus dem Stadtgebiet in der Kaufpreissammlung. Daraus ermittelt er die Bodenrichtwerte nach § 196 Baugesetzbuch und gibt sie öffentlich bekannt. Die Stichtage folgen einem Zwei-Jahres-Takt. Zusätzlich veröffentlicht der Ausschuss jedes Jahr einen Grundstücksmarktbericht. Die Ausgaben 2024 und 2025 können Sie über BORIS-Bayern als PDF gegen Gebühr bestellen.

Wie rufen Sie den Bodenrichtwert ab?

Für die neueren Stichtage brauchen Sie kein Konto:

  1. BayernAtlas mit der Ebene Bodenrichtwerte öffnen, erreichbar über bodenrichtwerte.bayern.de, oder die Seite des Schweinfurter Gutachterausschusses bei BORIS-Bayern aufrufen.
  2. Adresse eingeben oder in der Karte bis zum Grundstück zoomen.
  3. Den gewünschten Stichtag wählen. Kostenfrei sind der 1. Januar 2026, der 1. Januar 2024, der 1. Januar 2022 und der 31. Dezember 2020.
  4. Die Zone anklicken und Wert sowie Beschreibung des Richtwertgrundstücks lesen.

Brauchen Sie einen älteren Wert, etwa für eine Erbschaft, wenden Sie sich an die Geschäftsstelle des Gutachterausschusses. Solche Auskünfte sind gebührenpflichtig.

Worauf müssen Sie beim Lesen des Richtwerts achten?

Ein Bodenrichtwert ist ein Durchschnittswert für eine Zone und bezieht sich auf ein typisches, unbebautes Grundstück. Er ist kein Gutachten über Ihr konkretes Grundstück. Weicht Ihr Grundstück in Größe, Zuschnitt, baulicher Ausnutzung oder Erschließung ab, kann sein Wert darüber oder darunter liegen.

Achten Sie außerdem auf den Stichtag. Ein Richtwert zum 1. Januar 2026 spiegelt Verkäufe der Jahre davor wider. Zeigt ein Portal noch Werte zum Stichtag 2022, stammen sie aus der Zeit vor dem Zinsanstieg und sind für eine heutige Kaufentscheidung wenig aussagekräftig.

Was kostet Bauland in Schweinfurt?

Die HypoVereinsbank teilt das Stadtgebiet in Lagen ein und nennt für voll erschlossene, baureife Wohngrundstücke diese Spannen (S. 5):

Lage Bauland je m²
sehr gut 300 bis 380 €
gut 270 bis 330 €
mittel und einfach 150 bis 280 €, geringes Angebot

Als höherwertige Wohnviertel beschreibt der Bericht die Hang- und Höhenlagen sowie den nördlichen Stadtrand (S. 6). Bauplätze für Eigenheime sind knapp, neue Flächen entstehen meist als Teil größerer Entwicklungen. Im neuen Stadtteil Bellevue auf dem früheren Wohnquartier der US-Streitkräfte entstehen rund 650 Wohnungen, überwiegend im Geschosswohnungsbau. Für das Gelände Kessler Field nennt der Bericht Pläne mit möglicherweise 60 Bauplätzen für Einzel-, Doppel- und Reihenhäuser (S. 6).

Was kosten Häuser und Wohnungen?

Für neue und neuwertige Eigenheime bis zehn Jahre Alter gibt der Bericht diese Preise an (S. 5):

Objekt sehr gute Lage gute Lage mittlere und einfache Lage
Einfamilienhaus, ca. 140 m² 500.000 bis 620.000 € 440.000 bis 520.000 € 360.000 bis 450.000 €
Doppelhaushälfte, ca. 125 m² geringes Angebot 400.000 bis 470.000 € 330.000 bis 410.000 €
Reihenhaus, ca. 115 m² geringes Angebot 360.000 bis 410.000 € 300.000 bis 370.000 €

Bei Eigentumswohnungen mit etwa 75 Quadratmetern unterscheidet der Bericht Neubau und Wiederverkauf (S. 5):

Wohnung je m² sehr gute Lage gute Lage mittlere und einfache Lage
Erstverkauf, Neubau 4.300 bis 4.900 € 3.700 bis 4.400 € geringes Angebot
Wiederverkauf, 10 bis 20 Jahre alt 2.700 bis 3.300 € 2.300 bis 2.800 € 1.500 bis 2.400 €

Die Spitzenpreise für neue Wohnungen lagen bei 5.000 € je Quadratmeter, vor allem in Bellevue wurden Neubauprojekte verwirklicht (S. 7). Gebrauchte Wohnungen haben laut Bericht meist stärker nachgegeben als neue. Bei schwacher energetischer Ausstattung bleibt der Preis oft verhandelbar (S. 7). Die Mieten sind dagegen gestiegen, für attraktive innenstadtnahe Wohnungen auf bis zu 12,00 € je Quadratmeter (S. 7).

Welche Kaufnebenkosten und wie viel Eigenkapital?

In Bayern beträgt die Grunderwerbsteuer 3,5 Prozent, der niedrigste Satz aller Länder. Dazu kommen Notar und Grundbuch nach GNotKG und gegebenenfalls ein Makler. Bei gemeinsamer Beauftragung teilen Käufer und Verkäufer die Provision für Wohnungen und Einfamilienhäuser nach § 656c BGB hälftig. Einzelheiten erklärt die Seite Kaufnebenkosten in Bayern.

Das Beispiel geht von einer gebrauchten Wohnung mit 75 Quadratmetern in guter Lage zum oberen Wert der Spanne aus. Notar und Grundbuch sind mit 2 Prozent angenommen, der Käuferanteil der Provision mit 3,57 Prozent.

Posten Betrag
Kaufpreis 75 m² zu 2.800 € (S. 5) 210.000 €
Grunderwerbsteuer 3,5 Prozent 7.350 €
Notar und Grundbuch (Annahme 2 Prozent) 4.200 €
Makler, Käuferanteil (Annahme 3,57 Prozent) 7.497 €
Nebenkosten zusammen 19.047 €
mit 10 Prozent Eigenanteil am Kaufpreis 40.047 €

Auch mit dem niedrigen Steuersatz machen die Nebenkosten hier rund 9 Prozent des Kaufpreises aus. Banken erwarten in der Regel, dass Sie diesen Betrag selbst aufbringen. Wenn Sie selbst einziehen wollen, prüfen Sie die Programme der BayernLabo, etwa das Bayerische Zinsverbilligungsprogramm. Ob Sie die Voraussetzungen erfüllen, hängt unter anderem von Ihrem Einkommen ab.

Was heißt das für Ihre Finanzierung in Schweinfurt?

Schweinfurt ist deutlich günstiger als Würzburg (S. 6), bietet aber wenig Bauland. Nach den Preisrückgängen seit dem Zinsanstieg haben Käufer bei älteren Objekten wieder mehr Spielraum. Der Bodenrichtwert in BORIS-Bayern und die Spannen nach Lage helfen Ihnen, ein Angebot einzuordnen.

Legen Sie vor der Besichtigung fest, welcher Kaufpreis zu Ihrem Eigenkapital und Ihrer monatlichen Belastung passt. Ein unabhängiger Baufinanzierer vergleicht Angebote mehrerer Banken und bindet Förderwege ein. Ansprechpartner in der Region finden Sie unter Baufinanzierung in Schweinfurt. Steuerliche Fragen klären Sie mit einem Steuerberater.

Häufige Fragen

Wo sehe ich den Bodenrichtwert für ein Grundstück in Schweinfurt?

Der Gutachterausschuss der Stadt Schweinfurt stellt die Bodenrichtwerte zu den Stichtagen 1. Januar 2026, 1. Januar 2024, 1. Januar 2022 und 31. Dezember 2020 kostenfrei über BORIS-Bayern bereit. Ab dem Stichtag 1. Januar 2024 finden Sie die Werte auch im BayernAtlas, eine Anmeldung ist dafür nicht nötig.

Was kostet Bauland in Schweinfurt?

Laut Wohnimmobilien-Marktbericht der HypoVereinsbank mit Stand Juni 2024 kostete voll erschlossenes Bauland 300 bis 380 € je Quadratmeter in sehr guter und 270 bis 330 € in guter Lage (S. 5). In mittleren und einfachen Lagen nennt der Bericht 150 bis 280 €, dort ist das Angebot gering.

Was kostet eine gebrauchte Eigentumswohnung in Schweinfurt?

Für bezugsfreie Wohnungen mit 10 bis 20 Jahren Alter und rund 75 Quadratmetern nennt der Bericht 2.700 bis 3.300 € je Quadratmeter in sehr guter Lage und 2.300 bis 2.800 € in guter Lage (S. 5). In mittleren und einfachen Lagen liegen die Preise bei 1.500 bis 2.400 €.

Wie hoch ist die Grunderwerbsteuer in Schweinfurt?

Schweinfurt liegt in Bayern, die Grunderwerbsteuer beträgt dort 3,5 Prozent der Bemessungsgrundlage. Das ist der niedrigste Satz in Deutschland. Hinzu kommen Notar, Grundbuch und gegebenenfalls ein Makler.

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