Immobilienkauf

Bodenrichtwerte und Immobilienpreise in Limburg 2026

Bodenwertniveau, Bauplatzpreise und Hauspreise in Limburg laut Immobilienmarktbericht 2026, Abruf in BORIS Hessen und Eigenkapital im Rechenbeispiel.

Redaktion RatgeberBaufiAktualisiert am 5 Minuten Lesezeit

Inhalt
  1. Wer veröffentlicht die Zahlen für Limburg?
  2. Wie hoch sind die Bodenwerte in Limburg?
  3. Wie haben sich die Bodenwerte entwickelt?
  4. Was kosten Bauplätze und Häuser?
  5. Wie viel vom Hauspreis ist Bodenwert?
  6. Wie rufen Sie den Bodenrichtwert in BORIS Hessen ab?
  7. Welche Kaufnebenkosten gelten in Limburg?
  8. Rechenbeispiel: Bauplatz oder Bestandshaus?
  9. Was heißt das für Ihre Finanzierung?

In Limburg liegt das Bodenwertniveau für Wohnbauflächen zum 1. Januar 2026 im Mittel bei 229 € je Quadratmeter, die Spanne reicht von 125 bis 440 € (S. 128). So steht es im Immobilienmarktbericht 2026 des zuständigen Gutachterausschusses, der auch die Hauspreise nennt: Ein freistehendes Ein- oder Zweifamilienhaus kostete im Mittel der letzten drei Jahre 457.519 € (S. 70). Den Bodenrichtwert für Ihr eigenes Grundstück rufen Sie kostenfrei in BORIS Hessen ab.

Wer veröffentlicht die Zahlen für Limburg?

Limburg hat keinen eigenen Gutachterausschuss. Zuständig ist der Gutachterausschuss für Immobilienwerte, dessen Geschäftsstelle beim Amt für Bodenmanagement Limburg a. d. Lahn sitzt. Er deckt neben dem Landkreis Limburg-Weilburg auch den Hochtaunuskreis ohne Oberursel und Bad Homburg, den Main-Taunus-Kreis und den Rheingau-Taunus-Kreis ab, insgesamt 59 Städte und Gemeinden (S. 15).

Für den Landkreis Limburg-Weilburg registrierte die Geschäftsstelle 2025 1.460 Kaufverträge, nach 1.736 im Vorjahr. Der Geldumsatz sank von 350,9 auf 272,7 Millionen Euro (S. 40). Der Bericht weist darauf hin, dass die Verträge aus 2025 bei Redaktionsschluss noch nicht vollständig erfasst waren.

Wie hoch sind die Bodenwerte in Limburg?

Der Bericht druckt die einzelnen Bodenrichtwerte nicht ab, sondern verweist auf BORIS Hessen (S. 127). Er enthält aber generalisierte Bodenwerte, die das Niveau einer ganzen Gemeinde zusammenfassen. Für Limburg a. d. Lahn zum Stichtag 1. Januar 2026 (S. 128):

Nutzung Mittel Minimum Maximum
Wohnbauflächen 229 € 125 € 440 €
gemischte Bauflächen 189 € 65 € 1.500 €
gewerbliche Bauflächen 83 € 45 € 130 €

Alle Werte in Euro je Quadratmeter. Der Gutachterausschuss betont, dass generalisierte Bodenwerte qualitativ nicht mit Bodenrichtwerten vergleichbar sind. Sie dienen dem groben Überblick. Für die Einschätzung eines Wohnhauses zählt die Zeile für Wohnbauflächen, die große Spanne bei gemischten Bauflächen zeigt, wie unterschiedlich Lagen innerhalb einer Stadt sein können.

Wie haben sich die Bodenwerte entwickelt?

Der Bodenrichtwertindex für Wohnbauflächen setzt das Jahr 2005 auf 100. Für Limburg stand er 2020 bei 118, 2022 und 2024 jeweils bei 137 und 2026 bei 140 (S. 131). Das ist ein Plus von 2 Prozent gegenüber 2024. Nach dem kräftigen Anstieg bis 2022 hat sich das Bodenwertniveau also kaum noch bewegt.

Was kosten Bauplätze und Häuser?

Bauplätze für Wohn- und Mischgebietsflächen ohne Abrissgrundstücke wurden in Limburg in den letzten drei Jahren für durchschnittlich 229 € je Quadratmeter verkauft, ausgewertet wurden zehn Fälle (S. 51). Im Landkreis lag nur Bad Camberg mit 239 € höher.

Für bebaute Grundstücke nennt der Bericht Mittelwerte der letzten drei Jahre, jeweils mit dem mittleren Bodenrichtwert der verkauften Objekte (S. 70 f.):

Haustyp Kauffälle Ø Kaufpreis Ø Wohnfläche Ø Grundstück Ø Bodenrichtwert
Ein- und Zweifamilienhaus, freistehend 47 457.519 € 164 m² 682 m² 219 €
Doppelhaushälfte 6 309.833 € 123 m² 317 m² 169 €
Reihenhaus 3 238.333 € 112 m² 220 m² 223 €

Bei Eigentumswohnungen unterscheidet der Bericht nach Alter. Gebrauchte Wohnungen kosteten im Mittel 2.375 € je Quadratmeter Wohnfläche bei 108 Kauffällen, neu gebaute 4.379 € bei 22 Kauffällen (S. 90).

Wie viel vom Hauspreis ist Bodenwert?

Aus der Tabelle lässt sich ein grober Bodenanteil errechnen. Beim freistehenden Haus ergeben 682 m² mal 219 € rechnerisch 149.358 €, also rund ein Drittel des mittleren Kaufpreises. Bei der Doppelhaushälfte sind es 317 m² mal 169 €, rechnerisch 53.573 € oder gut 17 Prozent.

Der Unterschied hat Folgen für Ihre Entscheidung. Beim freistehenden Haus kaufen Sie einen großen Teil Boden mit, dessen Wert nicht altert. Bei der Doppelhaushälfte steckt mehr im Gebäude, dessen Zustand und Energiestandard dann stärker ins Gewicht fallen. Die Rechnung ist eine Vereinfachung und ersetzt keine Wertermittlung.

Wie rufen Sie den Bodenrichtwert in BORIS Hessen ab?

Die Bodenrichtwerte zum Stichtag 1. Januar 2026 sind kostenfrei unter boris.hessen.de einsehbar. In Hessen werden sie alle zwei Jahre zum 1. Januar eines geraden Jahres ermittelt (S. 122) und laut Bericht zwischen Mai und Juni veröffentlicht (S. 14). Der Bericht beschreibt den Abruf so (S. 127):

  1. Öffnen Sie BORIS Hessen.
  2. Suchen Sie im Suchfeld „Adressen“ nach Straße und Gemeinde, etwa einer Straße in Lindenholzhausen oder Staffel.
  3. Für ein Flurstück wählen Sie unter dem Menüpunkt „Werkzeuge“ die „Flurstückssuche“.
  4. Klicken Sie auf „Datenabfrage“ und dann in die Bodenrichtwertzone. Ein Dialogfenster zeigt die Informationen zur Zone.

Die Zonen sind nach Nutzung farblich unterschieden, etwa Wohnbauflächen, gemischte Bauflächen und Gewerbe. Auch die Werte zu den Stichtagen 2020, 2022 und 2024 sind online abrufbar. So sehen Sie die Entwicklung in Ihrer Zone, auch für Stadtteile wie Ahlbach, Dietkirchen, Eschhofen, Linter oder Offheim.

Welche Kaufnebenkosten gelten in Limburg?

In Hessen beträgt die Grunderwerbsteuer laut Hessischem Verwaltungsportal 6 Prozent des Kaufpreises, auch für Bauplätze. Dazu kommen Notar und Grundbuch und gegebenenfalls eine Maklerprovision.

Ausgleichen kann das Hessengeld. Das Land unterstützt damit über die WIBank Menschen, die erstmals eine selbst genutzte Wohnimmobilie oder ein Baugrundstück in Hessen erwerben, mit einem Zuschuss zur Grunderwerbsteuer, der nicht zurückgezahlt wird. Voraussetzungen und Antragsweg nennt die WIBank. Den Nebenkostenrechner finden Sie unter Kaufnebenkosten in Hessen.

Rechenbeispiel: Bauplatz oder Bestandshaus?

Verglichen werden das mittlere freistehende Haus und ein Bauplatz von 600 m² zum mittleren Bauplatzpreis. Notar und Grundbuch werden mit 2 Prozent angesetzt, ein Makler ist nicht beteiligt, beim Haus wird ein Eigenanteil von 10 Prozent angenommen. Das Hessengeld ist nicht berücksichtigt.

Posten Haus (S. 70) Bauplatz 600 m² (S. 51)
Kaufpreis 457.519 € 137.400 €
Grunderwerbsteuer 6 Prozent 27.451 € 8.244 €
Notar und Grundbuch (Annahme 2 Prozent) 9.150 € 2.748 €
Nebenkosten zusammen 36.601 € 10.992 €
Eigenanteil (Annahme 10 Prozent) 45.752 € offen

Beim Haus kommen im Beispiel 82.353 € Eigenkapital zusammen. Beim Bauplatz hängt der Bedarf vom späteren Bauvorhaben ab, denn Banken finanzieren Grundstück und Hausbau meist gemeinsam.

Was heißt das für Ihre Finanzierung?

Limburg bietet für einen Kauf ungewöhnlich gute amtliche Vergleichswerte. Prüfen Sie ein Angebot zuerst gegen die Mittelwerte für den Haustyp und dann gegen den Bodenrichtwert der Zone. Klären Sie früh, ob Sie Anspruch auf Hessengeld haben.

Unabhängige Baufinanzierer, die Banken vergleichen und Förderung einbinden, finden Sie unter Baufinanzierung in Limburg. Bei steuerlichen Fragen hilft ein Steuerberater.

Häufige Fragen

Wie hoch ist der Bodenrichtwert in Limburg?

Das generalisierte Bodenwertniveau für Wohnbauflächen in Limburg a. d. Lahn liegt zum Stichtag 1. Januar 2026 im Mittel bei 229 € je Quadratmeter, mit Werten von 125 bis 440 € (S. 128). Den genauen Wert für Ihr Grundstück zeigt BORIS Hessen.

Was kostet ein Bauplatz in Limburg?

Bauplätze für Wohn- und Mischgebietsflächen wurden in Limburg in den letzten drei Jahren im Durchschnitt für 229 € je Quadratmeter verkauft. Ausgewertet wurden zehn Kauffälle (S. 51).

Was kostet ein freistehendes Haus in Limburg?

Freistehende Ein- und Zweifamilienhäuser kosteten im Mittel der letzten drei Jahre 457.519 €, bei durchschnittlich 164 m² Wohnfläche und 682 m² Grundstück. Grundlage sind 47 Kauffälle (S. 70).

Wie hoch ist die Grunderwerbsteuer in Limburg?

Limburg liegt in Hessen, die Grunderwerbsteuer beträgt dort 6 Prozent. Wer erstmals eine selbst genutzte Wohnimmobilie in Hessen kauft, kann bei der WIBank das Hessengeld beantragen, einen Zuschuss zur Grunderwerbsteuer.

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