Immobilienkauf

Bodenrichtwerte und Immobilienpreise in Rastatt 2026

Bodenrichtwert in Rastatt kostenlos abrufen und richtig lesen: Gutachterausschuss, Marktbericht, Auskünfte zu Kaufpreisen und Kaufnebenkosten.

Redaktion RatgeberBaufiAktualisiert am 5 Minuten Lesezeit

Inhalt
  1. Wer ermittelt die Bodenrichtwerte in Rastatt?
  2. Wie rufen Sie den Bodenrichtwert in BORIS-BW ab?
  3. Worauf müssen Sie beim Lesen des Richtwerts achten?
  4. Wie hat sich der Immobilienmarkt in Rastatt entwickelt?
  5. Welche Auskünfte bekommen Sie zu Vergleichspreisen?
  6. Welche Kaufnebenkosten und wie viel Eigenkapital?
  7. Was heißt das für Ihre Finanzierung in Rastatt?

Den Bodenrichtwert für ein Grundstück in Rastatt sehen Sie kostenfrei in BORIS-BW, aktuell zum Stichtag 1. Januar 2025. Beschlossen hat ihn der Gemeinsame Gutachterausschuss bei der Großen Kreisstadt Rastatt am 1. Juli 2025, für Rastatt und acht Nachbargemeinden. Durchschnittliche Kaufpreise für Häuser und Wohnungen veröffentlicht der Ausschuss im Immobilienmarktbericht, der nur gegen Gebühr erhältlich ist.

Wer ermittelt die Bodenrichtwerte in Rastatt?

Zuständig ist der Gemeinsame Gutachterausschuss bei der Großen Kreisstadt Rastatt. Er hat die Bodenrichtwerte zum Stichtag 1. Januar 2025 für diese neun Gemeinden flächendeckend ermittelt:

  • Rastatt
  • Au am Rhein
  • Bietigheim
  • Durmersheim
  • Elchesheim-Illingen
  • Iffezheim
  • Muggensturm
  • Ötigheim
  • Steinmauern

Grundlage ist die Kaufpreissammlung. Notare müssen dem Gutachterausschuss eine Abschrift jedes Kaufvertrags über ein Grundstück im Zuständigkeitsbereich schicken, so verlangt es § 195 BauGB. Bei Bedarf schreibt der Ausschuss Käufer oder Verkäufer an, um weitere Angaben zu erhalten. Die Daten werden anonymisiert ausgewertet.

Bodenrichtwerte werden zum Beginn jedes zweiten Kalenderjahres ermittelt. Den Beschluss zum Stichtag 1. Januar 2025 hat der Ausschuss am 1. Juli 2025 gefasst und am 12. Juli 2025 öffentlich bekannt gemacht. Für Gemeinden außerhalb dieses Gebiets, etwa Hügelsheim oder Sinzheim, ist ein anderer Gutachterausschuss zuständig.

Wie rufen Sie den Bodenrichtwert in BORIS-BW ab?

Seit dem Stichtag 31. Dezember 2020 sind die Bodenrichtwerte für Rastatt kostenfrei online einsehbar. So gehen Sie vor:

  1. BORIS-BW über die Seite der Gutachterausschüsse in Baden-Württemberg öffnen.
  2. Die Ansicht für die aktuellen Bodenrichtwerte wählen. Die Werte für die Grundsteuer B sind eine eigene Karte.
  3. Adresse eingeben oder in der Karte zum Grundstück zoomen.
  4. Zone anklicken und Wert sowie Beschreibung des Richtwertgrundstücks lesen.

Alternativ können Sie die Bodenrichtwertkarte während der Geschäftszeiten in der Geschäftsstelle in der Herrenstraße 15 einsehen. Brauchen Sie einen Wert zu einem früheren Stichtag, etwa für eine Erbschaft, oder eine schriftliche Bestätigung, schreiben Sie an die Geschäftsstelle. Eine schriftlich ausgestellte Auskunft ist gebührenpflichtig, die Höhe regelt die Gebührensatzung des Gutachterausschusses.

Worauf müssen Sie beim Lesen des Richtwerts achten?

Der Bodenrichtwert ist der durchschnittliche Lagewert des Bodens in einer Zone. Er bezieht sich auf einen Quadratmeter eines gedachten Grundstücks mit bestimmten Merkmalen, dem Bodenrichtwertgrundstück. Gebäude, Aufwuchs und sonstige Anlagen sind darin nicht enthalten. Bei bebauten Grundstücken gilt der Wert so, als wäre der Boden unbebaut.

Weicht Ihr Grundstück vom Richtwertgrundstück ab, muss das bei der Bewertung berücksichtigt werden. Typische Unterschiede sind:

  • der Erschließungszustand und offene Beiträge,
  • die Art der Nutzung, etwa Wohnbaufläche oder gemischte Baufläche,
  • das Maß der baulichen Nutzung, also wie dicht gebaut werden darf.

Der Richtwert ist deshalb ein Anhaltspunkt und kein Preis. Ein großes Gartengrundstück oder ein Grundstück mit schlechterem Zuschnitt ist meist nicht einfach Fläche mal Richtwert wert. Aus der Abgrenzung einer Zone entstehen auch keine Ansprüche, etwa auf Baurecht.

Beachten Sie außerdem den Unterschied zur Grundsteuer. Für die Grundsteuer B gilt eine eigene Bodenrichtwertkarte zum Hauptfeststellungszeitpunkt 1. Januar 2022. Diese Werte sind für den Kauf eines Grundstücks heute nicht maßgeblich.

Wie hat sich der Immobilienmarkt in Rastatt entwickelt?

Der Gutachterausschuss beschreibt einen ruhigeren Markt. Die Zahl der abgeschlossenen Immobilienverkäufe ist 2022 und 2023 merklich zurückgegangen. Seit 2019 ist die Zahl der Kauffälle um etwa ein Drittel gesunken.

Konkrete Durchschnittspreise veröffentlicht der Ausschuss im Immobilienmarktbericht 2024. Er stellt Umsatz und Preisentwicklung in der Region zusammen und nennt die durchschnittlich gezahlten Kaufpreise für Ein- und Zweifamilienhäuser sowie für Wohnungs- und Teileigentum, je Gemeinde und insgesamt. Dazu kommen Porträts aller neun Gemeinden. Den Bericht bestellen Sie per E-Mail bei der Geschäftsstelle und geben dabei eine Rechnungsadresse an, er ist also kostenpflichtig. Ältere Ausgaben gibt es nicht: Vor 2024 hat der Ausschuss keine Marktberichte veröffentlicht. Für Vergleiche über viele Jahre sind Sie deshalb auf die Bodenrichtwerte früherer Stichtage angewiesen.

Für eine Kaufentscheidung lohnt sich die Anschaffung vor allem, wenn Sie in mehreren Gemeinden suchen. Die Preise in der Kernstadt und in den Ortschaften Niederbühl, Förch, Ottersdorf, Plittersdorf, Rauental und Wintersdorf können sich deutlich unterscheiden. Neuer Wohnraum entsteht laut Stadt unter anderem auf dem Franz-Areal und im Baugebiet Vogelsand in Rauental.

Welche Auskünfte bekommen Sie zu Vergleichspreisen?

Reicht Ihnen der Marktbericht nicht, bietet der Gutachterausschuss zwei Auskünfte aus der Kaufpreissammlung an:

  1. Immobilienauskunft. Jede Person kann sie beantragen. Der Ausschuss wählt Kauffälle nach Ihren Angaben aus und nennt den Median mit Spanne, ohne einzelne Kaufpreise. Sie dient der groben Orientierung und kostet weniger als die vollwertige Auskunft.
  2. Vollwertige Auskunft. Sie listet geeignete Kauffälle mit Grundstücksmerkmalen auf und setzt ein berechtigtes Interesse voraus. Sie richtet sich vor allem an Sachverständige.

Brauchen Sie einen belastbaren Wert, etwa bei einer Erbauseinandersetzung, können Eigentümer ein Verkehrswertgutachten beantragen. Die Gebühr richtet sich nach dem ermittelten Verkehrswert. Derzeit kommt es laut Stadt zu Verzögerungen, neue Aufträge werden voraussichtlich erst ab Oktober 2026 bearbeitet.

Welche Kaufnebenkosten und wie viel Eigenkapital?

In Baden-Württemberg beträgt die Grunderwerbsteuer 5 Prozent des Kaufpreises. Dazu kommen Notar und Grundbuch nach GNotKG und gegebenenfalls ein Makler. Bei Wohnungen und Einfamilienhäusern teilen Käufer und Verkäufer die Provision nach § 656c BGB hälftig, wenn beide den Makler beauftragt haben. Die Posten im Einzelnen erklärt die Seite Kaufnebenkosten in Baden-Württemberg.

Rechnen Sie mit Notar und Grundbuch zu rund 2 Prozent und einem Käuferanteil der Maklerprovision von 3,57 Prozent, beides Annahmen für das Beispiel, ergibt sich je 100.000 € Kaufpreis:

Posten je 100.000 € Kaufpreis
Grunderwerbsteuer 5 Prozent 5.000 €
Notar und Grundbuch (Annahme 2 Prozent) 2.000 €
Makler, Käuferanteil (Annahme 3,57 Prozent) 3.570 €
Nebenkosten zusammen 10.570 €

Banken erwarten in der Regel, dass Sie die Nebenkosten aus eigenen Mitteln tragen, oft zusätzlich zu einem Eigenanteil am Kaufpreis. Wenn Sie erstmals eine selbst genutzte Immobilie kaufen oder bauen, prüfen Sie die Programme der L-Bank, der Förderbank des Landes Baden-Württemberg.

Was heißt das für Ihre Finanzierung in Rastatt?

In Rastatt geben Ihnen BORIS-BW und der Gutachterausschuss die verlässlichsten Anhaltspunkte. Mit dem Richtwert prüfen Sie den Bodenanteil eines Angebots, mit dem Marktbericht oder einer Immobilienauskunft den Preis eines Hauses oder einer Wohnung.

Legen Sie vor der Suche fest, welcher Kaufpreis zu Ihrem Eigenkapital passt. Ein unabhängiger Baufinanzierer vergleicht Angebote mehrerer Banken und prüft, ob Förderdarlehen in Frage kommen. Ansprechpartner aus der Region finden Sie unter Baufinanzierung in Rastatt. Steuerliche Fragen klären Sie mit einem Steuerberater.

Häufige Fragen

Wo sehe ich den Bodenrichtwert für ein Grundstück in Rastatt?

Die Bodenrichtwerte für Rastatt sind seit dem Stichtag 31. Dezember 2020 kostenfrei in BORIS-BW abrufbar, dem Bodenrichtwertinformationssystem Baden-Württemberg. Aktuell gilt der Stichtag 1. Januar 2025. Werte zu älteren Stichtagen oder eine schriftliche Auskunft erhalten Sie gegen Gebühr bei der Geschäftsstelle des Gutachterausschusses.

Für welche Gemeinden ist der Gutachterausschuss Rastatt zuständig?

Der Gemeinsame Gutachterausschuss bei der Großen Kreisstadt Rastatt ermittelt die Bodenrichtwerte für Rastatt, Au am Rhein, Bietigheim, Durmersheim, Elchesheim-Illingen, Iffezheim, Muggensturm, Ötigheim und Steinmauern. Die aktuellen Werte zum 1. Januar 2025 hat er am 1. Juli 2025 beschlossen.

Wie hat sich der Immobilienmarkt in Rastatt entwickelt?

Nach Angaben des Gutachterausschusses ist die Zahl der abgeschlossenen Immobilienverkäufe 2022 und 2023 merklich zurückgegangen. Seit 2019 ist die Zahl der Kauffälle um etwa ein Drittel gesunken. Durchschnittliche Kaufpreise je Gemeinde enthält der kostenpflichtige Immobilienmarktbericht 2024.

Wie erfahre ich, was vergleichbare Immobilien in Rastatt gekostet haben?

Jede Person kann beim Gutachterausschuss eine Immobilienauskunft aus der Kaufpreissammlung beantragen. Sie nennt den Median mit Spanne für die ausgewählten Kauffälle und dient der groben Orientierung. Die Gebühr ist niedriger als bei der vollwertigen Auskunft, die ein berechtigtes Interesse voraussetzt.

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